Die Weihnachtskiste in meinem Kopf

Schätze aus der Weihnachtskiste
10.12.2018

Die Weihnachtskiste in meinem Kopf

Meine Grosseltern lebten in einem kleinen Holzhaus am Waldrand. Längst waren ihre sechs Kinder ausgeflogen. Nur an Weihnachten kamen fast alle zusammen. Es war eng, warm und friedlich. In der winzigen Stube stand auf dem Stubentisch ein kleines, hübsches Tännchen. Jedes Jahr war es gleich geschmückt: kleine, glänzende rote Äpfel, rote Kerzen und uraltes Engelshaar. Wir, die Grosskinder bastelten jedes Jahr für’s Grosi Baumschmuck. Z.b. Goldene Baumnüsse am roten Bändeli oder einfachste Strohsterne. Und die liebste Grossmutter der Welt liess uns dekorieren.
In unserem Haus gibt es keinen Tannenbaum und gab es nie einen. Die «Leim-Sterne» kann man aber ganz gut auch sonst aufhängen. Sie sind einfach zu basteln:

Runde Korkuntersetzer mit Plastik bedeckt – Nägel oder Güfeli einstecken – Silbergarn / weisses Baumwollgarn / Nähfaden durch eine fast leere Leimtube stechen – Faden an einem Güfel anknüpfen – wickeln, dabei darauf achten, dass das Garn durch den Leim gezogen wird – ebenfalls darauf achten, dass die Fäden einander berühren – trocknen lassen – Nägel entfernen – sorgfältig vom Plastik lösen – aufhängen und bewundern.

In meiner Lehrzeit im Büro durften wir beim Arbeiten Radio hören. Dabei ist mir das «Singen im Advent» besonders in Erinnerung geblieben. Ein Lied, dass ich da gehört habe ist bis heute ein Lieblingslied.

Entre le bœuf et l’âne gris
Dort, dort, dort le petit fils
Mille anges divins, mille séraphins
Volent à l’entour de ce grand dieu d’amour.
Entre les deux bras de Marie
Dort, dort, dort le fruit de vie
Mille anges divins, mille séraphins
Volent à l’entour de ce grand dieu d’amour.
Entre les roses et les lys
Dort, dort, dort le petit fils
Mille anges divins, mille séraphins
Volent à l’entour de ce grand dieu d’amour.
Entre les pastoureaux jolis
Dort, dort, Jésus qui sourit
Mille anges divins, mille séraphins
Volent à l’entour de ce grand dieu d’amour.
En ce beau jour si solennel
Dort, dort, dort l’Emmanuel
Mille anges divins, mille séraphins
Volent à l’entour de ce grand dieu d’amour.

Allerdings singen wir es heute Schweizerdeutsch.

Quelle: Spiele und Lieder für den Kindergarten in Zürcher Mundart, 9. Auflage 1990, Verlag der Schul- und Büromaterialverwaltung der Stadt Zürich.
«geit ä häue Schy, über d Erde wyt dur alli, alli Zyt» das wünsche ich Dir und mir und allen.

Regina Meier-Gilgen