Die allerkleinste Polizistin

Zwischenschnipsel
14.3.2021

Die allerkleinste Polizistin

Buchcover Polizistin.jpg

Die allerkleinste Polizistin von Ulf Nilsson, Gitte Spee, Moritz Verlag

Die allerkleinste Polizistin – ein gesundes Selbstkonzept

Pieps die kleine Siebenschläferin kommt in den Kindergarten (Vorschule). Heute geht’s auf den Klassenausflug zur Polizeistation mit Überraschung. Ein grosses Gewusele mit sooo vielen Waldkindern und Pieps ganz am Schluss. „Bladi bladi!“ ruft sie, das bedeutet: Wartet auf mich! Aber keiner versteht sie. Bei der Polizeiarbeit des Kommissars zuschauen kann sie auch nicht, denn der Tisch ist zu hoch. Die Kommissarin Buffy öffnet die geheime Polizeikiste – aber leider sind alle Verkleidungssachen viel zu gross für Pieps. „Bladi! sagt sie, aber keiner hört was sie sagt! Jetzt ist Zeit für die Überraschung: „Pieps mach die Augen zu oder geh mal kurz raus,“ ordert die Lehrerin. Wie? Was? Warum das denn, darf ich nicht mitmachen? Das ist ungerecht. „Bladi!“ sagt Pieps zornig. Das bedeutet: Ich gehe nach Hause zu Mama! Plötzlich ist Pieps weg. Draussen in der grossen Welt erinnert sich Pieps wie sie sich bei Gefahren zu verhalten hat (Mamas Empfehlungen). „Klein sein“ hat viele Vorteile. So kommt es, dass die Siebenschläferin sogar nach Hause fliegt und ihre Freunde rettet, die sich, bei der Suche nach ihr, verlaufen haben.

Ein gesundes Selbstkonzept
Das Selbstkonzept wird als Summe aller Charakteristika und Attribute des Selbst bezeichnet. (Claudia Dürrmüller in Frühe Spracherwerbsstörungen von B.Zollinger, Haupt). Durch die Bewertung des Selbstkonzeptes entsteht das Selbstbewusstsein. Damit gemeint ist, wie sich ein Kind wahrnimmt, wie es über sich denkt, was es von sich erinnert, wie es sich bewertet, welche Gefühle es sich selbst gegenüber hat und was es beabsichtig. Vorschulkinder mit einem negativen Selbstkonzept zeigen selten direkten Blickkontakt, vermeiden ihr Spiegelbild und sprechen meist noch nicht mit „Ich“ von sich sondern mit ihrem Namen. Oft ist die Loslösung von der direkten Bezugsperson schwierig. Deshalb ist es so wichtig, dass kleine Kinder ihre Selbstwirksamkeit erleben dürfen. Sie werden darin unterstützt, indem ihren Handlungen Bedeutung gegeben wird und der Fokus auf ihr Handlungsresultat gelegt wird. Ein Hinweis, dass das Kind sich als selbstwirksam erlebt, ist das Lächeln nach einer gelungenen Handlung. Wenn das Handeln ein Ziel bekommt und Wirksamkeit Bedeutung hat, dann haben Wörter auch eine Wirkung und werden auch verstanden „Bladi!“ Dies sind grundlegende Erfahrungen des Funktionsspiels (Spielsachen ihrer Funktion gemäss zu gebrauchen, Bsp: Knet rollen, schneiden und einfüllen). Das Symbolspiel „so tun als“ folgt als nächster Schritt der Spielentwicklung (Bsp: Knet rollen, schneiden, einfüllen weil Kind seiner Puppe Würste kochen will, damit sie ein Mittagessen bekommt). Im Umgang mit Kindern ist es wichtig ihnen etwas zuzutrauen, keine vorschnellen Lösungshilfen zu präsentieren und sie aktiv am alltäglichen Geschehen (Bsp: kochen, Tischdecken, Wäsche aufhängen etc.) teilhaben zu lassen und mit ihnen zu sprechen. Selbstbewusste Kinder sind unabhängig, initiativ, neugierig und zuversichtlich. Sie zeigen eine gute Anpassung bei Veränderungen und Stress und sie sind aktiv im Handeln. Kein Tablet ersetzt die Entdeckung der Sprache als Kommunikationsmittel!

Alles wird gut, alles wird gut. Trallala, verlier nicht den Mut.
Gut für alle, trallala. Gut für dich und mich, hurra!    Pieps’ Mama

Vielen Dank dem Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar, Karin Brunner Logopädin /Leseanimatorin